Wann ist ein Triathloncamp sinnvoll?

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Wann ist ein Triathloncamp sinnvoll?

Du weißt sicher schon: Sieger werden im Winter gemacht. Leider ist es dann in unseren Breiten feucht, kalt und früh dunkel. Viele Profi-Triathleten fliehen daher in südliche Gefilde, um sich auf die nächste Saison vorzubereiten. Hobbysportler haben diese Möglichkeit nicht.

Statt den ganzen Winter in Südafrika, in Australien oder auf den Kanaren zu verbringen, bietet sich zumindest ein Triathlon Trainingslager an. Immer mehr Breitensportler nutzen im Frühjahr diese Möglichkeit, um sich auf dem Rad fit zu machen. Typische Reiseziele sind die Kanaren, Mallorca, Zypern oder die Toskana.

Doch wann ist eigentlich der richtige Zeitpunkt für ein Triathloncamp?

Das Ziel eines Triathlon Trainingslagers ist es, die eigene Fitness innerhalb relativ kurzer Zeit massiv zu steigern. Durch das intensive Training im Camp erreicht man schnell einen neuen Level. Das merkt man vor allem beim Radfahren; etwa ein bis zwei Wochen braucht der Körper, um sich an den im Camp gesetzten Trainingsreiz anzupassen. Danach spürt man wieder einen richtigen Bumms auf den Pedalen.

Allerdings lässt sich der erreichte Fitnesslevel nicht beliebig lange konservieren. Wer also wirklich von einem Trainingscamp profitieren möchte, der sollte nach dem Camp die Umfänge hoch halten. Ansonsten verpufft die antrainierte Fitness eventuell wieder bis zum Saisonstart.

Gerade für Einsteiger ist daher ein Trainingslager im Januar oder Februar weniger sinnvoll, weil man dann mitten im Winter nach Deutschland zurück kommt. Wer da nicht motiviert ist, auf der Rolle oder dem Spinningbike an seiner Grundlage zu arbeiten, der wird konditionell wenig von seinem Trainingslager profitieren.

Für Einsteiger ist der Zeitraum März bis April sinnvoller, weil der Winter sich dann in Deutschland langsam zurückzieht und man nach der Rückkehr aus dem Trainingslager bereits wieder auf der Straße trainieren kann. Sofern das Wetter mitspielt, versuchst Du idealerweise am Wochenende eine längere Radausfahrt von zwei bis drei Stunden unterzubringen und absolvierst unter der Woche eine oder zwei Spinningeinheiten.

Ambitionierte Triathleten können auch früher ins Camps

Anders sieht es da bei ambitionierten Triathleten aus, die sich beispielsweise auf eine Langdistanz vorbereiten. Die Distanz aus 3,8km Schwimmen, 180km Radfahren und 42km Laufen ist ein Pappenstiel und sollte nicht unterschätzt werden. Wer da keine böse Überraschung erleben will, sollte früh in der Saison mit dem Training beginnen und sich akribisch vorbereiten.

Wer sich das erste Mal an einen Ironman heranwagt, darf dafür ruhig ein Jahr Vorbereitungszeit einplanen. Und auch ein Trainingslager ist durchaus angeraten, um auf die nötigen Radumfänge zu kommen. Wer es sich zeitlich leisten kann, sollte sogar zwei Camps einplanen. Ende Januar bis Ende Februar bietet sich in diesem Fall ein Grundlagentrainingslager an, um viele Radkilometer bei lockerem Tempo zu sammeln.

Mitte bis Ende April/Anfang Mai kann dann ein Feinschliffcamp für die Formzuspitzung sinnvoll sein. Hier sammelt man zwar auch eine Menge Radkilometer, aber es dürfen auch ruhig ein paar Intensitäten in den Trainingsplan eingebaut werden. Genau wie bei den Einsteigern empfiehlt es sich, im Anschluss an das Camp eine kurze Entlastungsphase einzubauen, um dem Körper die nötige Erholungszeit zu geben, damit er sich an den gesetzten Reiz anpassen kann. Pro Trainingslagertag plant man sinnvollerweise einen Entlastungstag. Danach kann man die Umfänge und Intensität wieder hochfahren.

Letztlich sind das natürlich nur Empfehlungen und ein Camp sollte ja auch in die eigene Urlaubsplanung reinpassen. Für die Wintermonate bieten sich die Kanaren an, da man hier etwas beständigeres Wetter hat, als auf den Mittelmeerinseln. Alternativ könnte auch das spanische Festland oder das südliche Portugal im Zeitraum Januar bis Februar passen. Wer etwas Abwechslung mag, findet im Winter auch Angebote in Südafrika oder Thailand.

Ab März werden dann die klassischen Reiseziele für Triathleten und Radfahrer interessanter, weil das Wetter dann auch im Mittelmeerraum beständiger wird. Außerdem bieten Inseln wie Mallorca eine abwechslungsreichere Landschaft als die kargen Kanaren. Ein weiterer Punkt: Mallorca, Zypern oder Sizilien sind schneller und günstiger zu erreichen. Aber es ist natürlich auch eine Frage der eigenen Vorlieben.

Viel Spaß im Trainingslager!

By |2018-10-04T06:13:18+00:00Oktober 4th, 2018|Categories: Uncategorized|Tags: , |0 Comments

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Jörg Birkel lebt und arbeitet als Triathlon-Coach auf Mallorca.