Celia Kuch

Celia Kuch, deutsche Triathletin, erinnert sich an ihr erstes Mal:

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Nach 15 Jahren Kunstturnen, Sportstudium und Snowboard Instructor Level 1 Schein war es 2003 endlich geschafft und ich hatte meinen ersten richtigen Sportunfall: Eine ausgekugelte Schulter nach einem (echt blöden) Sturz auf vereister Piste, der weitere 17 Luxationen folgten. Nachdem ich mich dann endlich zur OP überwunden hatte, blieben erstmal nicht so viele Sportmöglichkeiten offen, da ich die Schulter nur bis zu einem gewissen Grad bewegen durfte.

Nur Radeln war erlaubt. Da hat mich ein Studienkollege (und Ironman Athlet) auf sein riesiges altes Rennrad gesetzt. Eigentlich hatte ich auf Rennradfahren nie Lust und fand die dünnen Radsportler in Ihren engen bunten Klamotten super-komisch (heute das komplette Gegenteil). Als ich aber erstmal auf dem Radel saß, war ich plötzlich ganz begeistert.

Soweit ich mich erinnern kann war mein „erstes Mal“ der Vcard Triathlon in Viernheim (2004). Auf dem geliehen Rad meines besten Freundes. Nachdem ich 2003 meinen ersten Marathon im Team beim Iron-Mönch in Kulmbach gelaufen war (3:34 Std.) und dann noch einmal als Team Schwimmerin beim Heidelbergman fungiert hatte, hielt ich es nicht mehr aus – ich wollte so einen Wettkampf auch mal ganz alleine bestreiten… und nicht nach dem Schwimmen das „Staffelholz“ abgeben… oder bis zum Laufen warten müssen.

Zum Wettkampf in Viernheim musste ich aus Mainz mit dem Zug anreisen. Natürlich habe ich diesen morgens verpasst. So musste ich meine beste Freundin aus de Federn schmeißen und mit wenig Überredung fuhr sie mich die 90km nach Viernheim zur Anmeldung und 2. Wechselzone. Ich weiß nicht warum., aber ich hatte nicht gemerkt dass es zwei Startgruppen gab und musste plötzlich auf dem Weg zum Start feststellen dass ich viel früher als gedacht an der Startlinie zu stehen hatte.

Also einmal auf dem Parkplatz in die Sportklamotten geschmissen und mit bitten und betteln haben sie mich dann mein Rad, nur noch wenige Minuten vorm Startschuss, einchecken lassen. Zum Neo anziehen hat die Zeit dann nicht mehr gereicht. Ich glaube sogar es war Steffen Liebetrau der neben mir am Start stand – mich anschaute und meinte „Respekt – so ganz ohne Neo“. So wie der Wettkampf begann ging er auch weiter – recht chaotisch und natürlich mit Vollgas von Anfang an.

Ich habe eigentlich heute noch Respekt davor wer sich Viernheim als ersten Triathlon aussucht. Die Radstrecke hat’s wirklich in sich. Trotzdem hatte ich es geschafft mich irgendwie unter den ersten 10 Mädels auf Platz 7 gesamt in 2:56:12 Stunden über die Ziellinie zu kämpfen. Auf dem ersten Rang bei diesem Wettkampf befand sich Silke Bergler in 2:34:27 Stunden.
Seitdem ist dieser Sport zu einer echten Leidenschaft geworden. Auch wenn es lange gedauert hat hineinzuwachsen – nach zirka 4-5 Jahren kontinuierlichem Training fühle ich langsam eine Basis entstehen auf der man etwas aufbauen kann. So, bring it on!!!!