Schwimmtraining für Triathleten (Teil 2)

Schwimmen ist die Angstdisziplin für viele Triathlon-Einsteiger, aber auch bei einigen fortgeschrittenen Athleten löst der Gedanke an die erste Disziplin nicht nur freudige Gefühle aus. Dabei bietet die technisch anspruchsvollste Disziplin viel Raum für Verbesserung. Jan Frodeno zeigt und erklärt Dir die wichtigsten Technikübungen.

schwimmtraining_triathleten_frodeno1Klappt der Start ins Ausdauerleben beim Laufen und Radfahren für Anfänger verhältnismäßig leicht, sieht die Sache beim Schwimmen schon ganz anders aus. Obwohl die technisch anspruchsvollste Disziplin den kleinsten Teil eines Triathlons ausmacht, wird hier jedoch schon der Grundstein für Sieg oder Niederlage gelegt. „Sicherlich kann man einen Triathlon nicht beim Schwimmen gewinnen, aber verlieren schon“, bestätigt Jan Frodeno.

Deshalb ist Techniktraining auch ein enorm wichtiger Bestandteil beim Schwimmen. Denn ein ökonomischer Schwimmstil ist schneller und spart dabei Energie. Außerdem kann man anschließend entspannter in die anderen Disziplinen gehen.

Um die eigenen Schwimmtechnik zu verbessern, muss man Geduld haben. Eine wesentliche Verbesserung ist nicht von heute auf morgen zu erreichen, vor allem nicht, wenn sich bereits über Jahre falsche Bewegungsmuster eingeschlichen haben. Triathlon-Olympiasieger Jan Frodeno erklärt die Basis Technikübungen für jeden Triathleten:

1) Schwimmtechnik: Abschlagschwimmen

abschlag_vorne

Kraule eine Bahn mit normalem Kraulbeinschlag. Dabei machst Du einen normalen Armzug, während der andere Arm immer ausgestreckt vor Dir im Wasser liegt. Indem du mit der Hand die Hand am ausgestreckten Arm berührst, beendest Du den Armzug. Erst dann beginnst Du den Zug mit dem anderen Arm.

Zweck der Übung: „Diese Übung soll Dich ans Gleiten gewöhnen und Dir ein besseres Gefühl für die Wasserlage vermitteln. Dabei lernst Du, Dich während der Gleitphase kurz zu erholen, bevor der nächste Armzug erfolgt. Außerdem kannst Du Dich dabei aktiv auf den Armzug konzentrieren. Es kommt bei den Technikübungen nämlich auf Präzision und nicht auf Geschwindigkeit an“, sagt Jan Frodeno.

2) Schwimmtechnik: Abschlag unten

anschlag_unten

Auch bei dieser Übung schwimmst Du mit Kraulbeinschlag, hältst aber dabei beide Arme eng am Körper. Von da führst Du abwechselnd einen Arm nach vorne und machst einen langsamen Armzug. Sobald der Arm wieder auf Hüfthöhe ist, schließt sich eine kurze Gleitphase an. Erst danach löst Du den anderen Arm vom Körper und beginnst mit dem nächsten Armzug.

Zweck der Übung: „Diese Übung ist hervorragend dazu geeignet, alte Bewegungsmuster aufzubrechen. Du solltest jedoch kräftig mit den Beinen schlagen, weil es sich ohne Arme nur schwer gleiten lässt. Auch erfahrene Schwimmer haben so ihre Schwierigkeiten mit dieser Übung“, erklärt Jan Frodeno.

3) Schwimmtechnik: Kraulen mit der Faust

faustkraulen

Bei dieser Übung entspricht der Bewegungsablauf dem ganz normalen Kraulschwimmen. Allerdings bildest Du dabei mit den Händen einen Faust. Das macht die Sache etwas schwerer, weil man weniger Vortrieb hat.

Zweck der Übung: „Es geht bei dieser Schwimmübung primär darum, den Wasserwiderstand zu erfahren. Gleichzeitig lernst Du dabei, den Unterarm ebenfalls als Druckfläche zu benutzen“, sagt Jan Frodeno.

4) Schwimmtechnik: Kraulen mit gespreizten Fingern

fingerspreizen

„Auch bei dieser Übung geht es darum, den Widerstand des Wassers zu erspüren. Satt eine Faust zu bilden, spreizt Du dabei einfach Deine Finger. Diese Übung hilft dabei, das Wassergefühl zu verbessern und zu trainieren. Umso besser Du den Wasserwiderstand spüren kannst, desto besser kannst Du ihn nutzen, um ihn in Vortrieb zu verwandeln“, sagt Jan Frodeno.

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