Schneller, weiter, länger – die richtige Radgruppe

Triathlon kann ein sehr zeitaufwendiges Hobby werden, schließlich wollen ambitionierte Athleten sich gleich in drei Sportarten verbessern. Und das am liebsten sofort. Folglich steigt das Trainingspensum, was aber nicht immer zu einer Leistungsverbesserung führt.

radgruppe

Wer Leistung bringen will, muss dafür etwas tun. Soviel steht fest. Aber wie viel genau, ist eine höchst individuelle Angelegenheit. Andere Triathleten oder gar Profis sind da selten ein guter Ratgeber. Dennoch neigen viele dazu, unbedingt bei besseren Sportlern mithalten zu müssen. Das führt unweigerlich zu einem Übertraining. Besonders dann, wenn man in der Gruppe trainiert.

Das richtige Tempo beim Radfahren

Was ist also die richtige Belastung für den einzelnen? Pauschal kann man diese Frage nicht beantworten. Das Trainingspensum umfasst Häufigkeit, Dauer und Intensität. Die beiden ersten Faktoren kann man relativ leicht messen, weswegen die meisten Sportler auch danach ihre Trainingsprogramme zusammenstellen. Schwieriger zu messen ist die Intensität eines Trainings.

Im Optimalfall lässt du zunächst dein eigenes Leistungsvermögen von einem Leistungsdiagnostiker ermitteln. Nur mittels Laktatanalyse oder Spiroergometrie bekommst du einen objektiven Einblick, was in deinem Körper unter Belastung wirklich passiert. Die Analyse ist dann maßgebend für die Trainingssteuerung.

Intensität, Dauer oder Häufigkeit

Das Radtraining kommt im Winter bei vielen etwas zu kurz. Daher solltest du dir zum Auftakt der Radsaison, erst mal eine solide Grundlage aufbauen. Das machst du durch lange (Dauer) Ausfahrten mit moderater Geschwindigkeit (Intensität). Bei Hobbysportlern sind die langen Ausfahrten auf das Wochenende beschränkt (Häufigkeit).

Aber genau hier liegt das Problem. Jeder Athlet hat zum Saisonauftakt eine andere Form und schon mehr oder weniger Radkilometer (bspw. Rollentraining, Moutainbike, Spinning) in den Beinen. Fährt man dennoch gemeinsam in einer Gruppe, wird der eine überfordert und der andere unterfordert. Während das zu Beginn der Grundlagenphase noch relativ unproblematisch ist, kann das bei einer heterogenen Gruppe im weiteren Verlauf der Saison durchaus zu Problemen führen.

Radfahren: Langsamer ist häufig mehr

Es macht für Einsteiger wenig Sinn, sich auf Teufel komm raus an eine starke Radgruppe zu hängen. Zwar fühlt man sich hinterher möglicherweise so, als ob das einen weiterbringen würde. Tatsächlich gefährdet man damit aber seinen Formaufbau. Es drohen Übertraining, Verletzungen oder mentaler Burnout. Auf der anderen Seite braucht man gezielte Spitzen, um schneller zu werden.

Aus diesem Grund ist es wichtig, eine möglichst homogene Trainingsgruppe zu finden, damit alle Teilnehmer auf ihre Kosten kommen und der Spaß nicht auf der Strecke bleibt. In der Regel werden Radgruppen mit einer anvisierten Durchschnittsgeschwindigkeit angegeben. Ein 25er Schnitt bedeutet in diesem Zusammenhang nicht, dass man immer 25 auf dem Tacho stehen hat, sondern das am Ende der Tour inklusive Stopps und Anstiegen pro Stunde 25 Kilometer zurückgelegt wurden.

Ein 25er Schnitt ist um diese Jahreszeit selbst für fortgeschrittene Triathleten bereits ein zügiges Tempo. Umso mehr Sportler sich zusammen finden, desto feiner kann man das Tempo abstimmen. Einsteiger sollten sich auf einen 20er Schnitt einstellen und für ambitionierte Athleten kann es so langsam auch schneller werden als durchschnittlich 25 Kilometer pro Stunde.

Nicht auf die Profis schauen

In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, dass es im Zweifel besser ist, zu Beginn der Grundlagenphase langsamer und dafür etwas länger zu fahren. Der Fettstoffwechsel profitiert auf jeden Fall mehr davon, als wenn man sich zu einem hohen Tempo zwingt.

Warum Profis trotzdem im Winter schneller fahren, liegt schlicht und einfach daran, dass deren Stoffwechsel effektiver arbeitet. Wenn ein Thomas Hellriegel derzeit schon im 30er Schnitt trainiert, ist das gemessen an seiner Wettkampfgeschwindigkeit von durchschnittlich über 40 Kilometern pro Stunde auf einer Strecke von 180 Kilometern relativ langsam.

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