Interview mit Physio Jerome Becher

Jerome Becher: Der ehemalige Bundesliga-Triathlet, Europarekordhalter im 24-Stunden-Schwimmen und Physiotherapeut von Faris Al-Sultan erklärt im Interview wie er seinen ersten Triathlon erlebte und warum Dehnen allein häufig nicht ausreicht.

jerome_becherWie bist du zum Triathlon gekommen?
Jerome Becher: Zum Triathlon bin ich über Umwege gekommen. Geschwommen habe ich schon seit ich 6 war, mein Nachbar machte damals Triathlons und nahm mich mit. Der Rest ergab sich von alleine.

Was fasziniert dich am Triathlon?
Jerome Becher: Am Triathlon fasziniert mich am meisten dass man dort nur einen Gegner hat, sich selbst. Der Schweinehund und der Wille noch mehr Energie aufzuwenden um noch schneller zu sein, ist im Kopf zu überwinden.

Wie hast du deinen ersten Triathlon erlebt?
Jerome Becher: Grandios. Ich war mit 10 Jahren damals jüngster Teilnehmer.

Worauf kommt es beim Triathlon an?
Jerome Becher: Im Triathlon kommt es größtenteils darauf an, sich selbst einzuschätzen. Willens zu sein durchzuhalten oder besser zu werden.

Wie wichtig ist Krafttraining für Triathlon-Anfänger?
Jerome Becher: Krafttraining ist für einen Anfänger nicht so wichtig, umso mehr die Ausdauer einen Triathlon durchzuhalten. Beim Laufen werden Anfänger aber am ehesten von einem Krafttraining profitieren, weil eine instabile Rumpfmuskulatur den Laufstil verschlechtern kann.

Wie wichtig ist Dehnen für Triathleten?
Jerome Becher: Für Triathleten ist es häufig wichtig zu dehnen um die lange monotone Position auf dem Rad besser zu kompensieren. Für die einzelnen Disziplinen gehört Dehnen meines Erachtens nicht zwangsläufig auf den Trainingsplan.

Wie dehnt man richtig?
Jerome Becher: Allgemein richtiges Dehnen gibt es leider nicht. Es kommt immer auf den Sportler und seine Konstitution an. Nicht jeder sollte zwingend dehnen. Besteht beispielsweise eine muskuläre Dysbalance (Ungleichgewicht), sollte auch der entsprechende Gegenspieler gekräftigt werden. Mit Dehnen alleine bekommt man die Probleme nicht in den Griff. Prinzipiell ist beim regelmäßigen Dehnen, das federnde Dehnen dem statischen Dehnen vorzuziehen. Und man sollte auf jeden Fall nur einen gut vorgewärmten Muskel dehnen, um ungewollte Verletzungen zu vermeiden und den größtmöglichen Effekt zu erreichen.

Weitere Infos unter: www.jeromebecher.com

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